Arbeit muss in Zukunft mehr Sinn machen

Mentalitätswandel in der Arbeitsmarkt

Mentalitätswandel in der Arbeitsmarkt

Wie die Generation Y den Arbeitsmarkt revolutioniert

„Lehrjahre sind keine Herrenjahre!“ und „Arbeit adelt!“, hinter diesen althergebrachten Weisheiten steckt ein Arbeitsverständnis, das in der heutigen Arbeitswelt immer weniger zutrifft. Gerade junge Arbeitnehmer, die noch an der Schwelle des Berufslebens stehen, verlangen mehr: von der Arbeit, von ihrem Arbeitgeber, von ihrem Leben. Gero Hesse, Leiter der embrace-Studie „Karriere trifft Sinn“, sieht darin sogar eine radikale Abkehr von althergebrachten Normen der Arbeitswelt und vermerkt: „Wir stehen vor einem radikalen Wandel in der Arbeitswelt.“

Es steht ein Mentalitätswandel bevor

Sollten Studienabgänger bisher möglichst formbar sein, um sich an das Unternehmen, dessen Werte und Kultur perfekt anzupassen, so verlangen heutige Absolventen genau das Gegenteil: Jenes Unternehmen, für das sie arbeiten, soll zu ihnen passen. So wünschen sich 79 % der insgesamt 3.600 befragten Studienteilnehmer einen Arbeitgeber, der ihre Werte vertritt. 56 % wollen, dass ihr zukünftiger Arbeitgeber sich für Umwelt und Klimaschutz engagiert. 67 % ist es wichtig, dass sie für ein Unternehmen arbeiten, das Gleichberechtigung und Diversität fördert. Wie ethisch sich Unternehmen verhalten, spielt also für immer mehr junge Arbeitnehmer eine immer wichtigere Rolle bei der Auswahl ihres Arbeitgebers.

Unternehmenserfolg durch Menschen

Angesichts der Tatsache, dass in der heutigen Arbeitswelt alle Prozesse schon vollständig durchoptimiert sind, Technologien immer weiter Verbreitung finden und daher die Konkurrenz nur noch durch Innovationsgeist, Kreativität und Fachwissen in die Schranken gewiesen werden kann, wächst auch die Macht des einzelnen Mitarbeiters. Der Erfolg von Unternehmen beruht in Zukunft also vor allem darauf, genau jene Mitarbeiter zu finden, die sich auch dort wohlfühlen. Erst dann können sie jenes kreative Innovationspotenzial entwickeln, dass ein Unternehmen auch stark für die Zukunft macht.

Gehalt motiviert nicht mehr länger

Wurde Karriere früher noch anhand des Gehaltszettels beurteilt, so sind junge Fachkräfte heute vielmehr für eine bestimmte Arbeit zu motivieren, wenn diese ihnen auch entspricht. So möchten 85 % sich im Job ethisch verhalten können und dabei alle Menschen gleich behandeln. Der Ellenbogenmentalität in der Arbeitswelt wird aber auch in Bezug auf die Gesellschaft der Kampf angesagt, denn 78 % der Befragten möchten, dass sie mit ihrer Arbeit aktiv Mehrwerte für die Gesellschaft schaffen. Die Höhe des Gehalts motiviert hier nur an dritter Stelle und ist für 73 % der Studienteilnehmer ausschlaggebend dafür, einen Job anzunehmen oder nicht. Das hat auch Auswirkungen auf die Geschäftspraxis der Unternehmen.

Nachhaltigkeit siegt über Gewinnmargen

Wo nicht mehr die Höhe des Gehalts entscheidend dafür ist, ob ein Unternehmen den Wettbewerb um gute Fachkräfte gewinnt, da ist es auch nicht mehr wichtig, soviel Geld wie möglich in kürzester Zeit zu erwirtschaften. Die Zeit der schnellen Rendite, des Turbokapitalismus` wäre damit zu Ende. An ihre Stelle tritt eine Unternehmenskultur, deren Gewinnstreben der Nachhaltigkeit gilt. Das ist immerhin für 86 % der Befragten von großer Bedeutung bei der Wahl des Arbeitsplatzes. Ob das Unternehmen bekannte Produkte herstellt oder Marktführer ist, ist dagegen für gerade einmal 33 % bzw. 40 % von Bedeutung.

Kind mit Karriere!

Standen ihre Mütter noch vor der Wahl „Kind oder Karriere“, so fordern junge Frauen und Männer heute selbstbewusst von ihrem Arbeitgeber: „Kind mit Karriere!“ Gerade einmal drei Jahre wollen junge Fachkräfte heute noch in den Karrierestart investieren, bevor sie an Familiengründung denken. 79 % wünschen sich Kinder; lediglich 4 % hegen keinerlei Kinderwunsch. Daher fordern stolze 74 % der Studienteilnehmer eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf – auch von den Unternehmen!

Fazit

Die Unternehmenswelt muss sich auf die wachsenden Ansprüche ihrer jungen Mitarbeiter einstellen und dem schon jetzt in strategischen Entscheidungen Rechnung tragen. Dabei zeichnet sich aber schon heute ab: der Wandel in der Arbeitswelt wird auch große Auswirkungen auf die Unternehmensführung und damit letztlich auch auf die Geschäftspraktiken der internationalen Wirtschaft haben. Der Wandel bleibt also spannend!


Gastautor: Daniela Fehrenbacher

 

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