Marketing 3.0: Wie aus Kunden Fans werden

© Marco2811 - Fotolia.com

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Web 2.0 ist in aller Munde. Das Büro 3.0 wird kommen. Doch was ist eigentlich Marketing 3.0? Als neue Dimension der Marketingstrategien wird Marketing 3.0 präsentiert. Dabei verfolgt sie doch eigentlich ganz traditionelle Ziele:

„Marketing […] kennzeichnet die Ausrichtung aller relevanten Unternehmensaktivitäten auf die Wünsche und Bedürfnisse der Anspruchsgruppen.“

Die Motivation neue Wege in der Ansprache von Zielgruppen zu gehen, muss folglich darauf basieren, dass sich auch bei den „Anspruchsgruppen“ die Ansprüche an ein Unternehmen und seine Produkte deutlich verändert haben.

Wachsende Ansprüche der Kunden befriedigen

Richteten sich die Werbekampagnen vor 60 Jahren noch maßgeblich darauf aus, den Kunden von einem Produkt zu überzeugen und möglichst viel Absatz zu erwirtschaften (Marketing 1.0), rückte ab den 1990ern die Zufriedenheit des Kunden in den Fokus aller Marketingbestrebungen. Der Kunden sollte ein Produkt nicht mehr nach rationalen Gesichtspunkten beurteilen, sondern sich auch emotional davon angesprochen fühlen. Der Aufbau einer solch persönlichen Beziehung zum Produkt verfolgte das Ziel, die Kundenbindung zu stärken und die Kundenzufriedenheit zu erhöhen (Marketing 2.0). Vor dem Hintergrund globalisierter Märkte und angesichts der Tatsache, dass Kunden mit Aufkommen des Internets Waren, Dienstleistungen und Produkte aus aller Welt jederzeit flexibel ordern können, steht auch die Beziehung zwischen Unternehmen und Kunden auf einem neuen Prüfstand:

  • Wie schaffen es Unternehmen in Zukunft, ihre Kunden weiterhin an sich zu binden?
  • Mit welchen Werbestrategien können sie bei ihren Zielgruppen zukünftig punkten?
  • Und auf welche Technologien müssen Unternehmen dabei maßgeblich setzen?

Ziele und Chancen des Marketings 3.0

Hinter Marketing 3.0 steckt die einfache Erkenntnis, dass Kunden an Macht gewonnen haben: Indem sie Produkte bewerten, testen und ihre Meinung darüber im Internet publizieren, prägen sie das Image eines Produktes und damit auch dessen Erfolg maßgeblich mit. Der Kunde ist also nicht mehr nur bloßer KONsument, sondern vielmehr PROsument, denn er trägt nun zur Kommunikation über ein Unternehmen und seine Produkte aktiv bei. Indem er selbst Inhalte erzeugt, nimmt er den Unternehmen auch ihr angestammtes Monopol über Produktinformation, Kommunikation, Vertrieb und letztendlich auch über den Preis. Denn alles ist im Internet zu jederzeit verfüg- und vergleichbar – nicht zuletzt die Preise. Marketing 3.0 sucht folglich Wege, diese vollkommene Transparenz in der Beziehung zwischen Kunde, Produkt und Unternehmen erfolgreich für sich zu nutzen. Das gelingt mit einem einfach Prinzip:

  • Wer mitmacht, nimmt teil.
  • Wer teilnimmt, ist überzeugt.
  • Wer überzeugt ist, kann ertragen.

Fazit: So funktioniert Marketing 3.0

Auch beim Marketing 3.0 steht die Befriedigung der Wünsche und Bedürfnisse des Kunden weiterhin noch im Mittelpunkt aller Marketingmaßnahmen. Doch die Wege dahin sind ausgeklügelter: Sie führen maßgeblich über das Web 2.0 – über die interaktiven Plattformen im Internet. Wo sich Kunden über Produkte und Unternehmen austauschen, da entstehen Meinungen und auch Images. Genau hier setzt Marketing 3.0 an: Die direkte Kommunikation mit dem Kunden wird in Foren, Communities, sozialen Netzwerken und über Apps aktiv gesucht. Seine Teilhabe ist erwünscht und seine Meinung wird zur Grundlage dafür, Produkte kundenorientiert zu optimieren. Das zahlt sich aus. Denn der Kunde fühlt sich wahr- und ernstgenommen. Seine Meinung zählt und trägt zu Veränderungen bei. Diese Teilhabe befriedigt ihn emotional und er beginnt, sich dem Produkt und dem Unternehmen verbunden zu fühlen. Aus dem passiven Kunden ist ein aktiver Fan geworden, der als überzeugter Anhänger treu ist, Fehler verzeiht, weniger preissensibel ist und unbewusst auch als Werbeträger fungiert.


Gastautor: Daniela Fehrenbacher

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